Stark trifft Schwach: Gabelstapler vs. Fußgänger

Rund 12.000 Staplerunfälle jährlich allein in Deutschland zeigen, dass Gabelstapler eine Unfallquelle mit hohem Gefährdungspotenzial sind. Am häufigsten werden Fußgänger angefahren.

Stark trifft Schwach: Gabelstapler vs. Fußgänger
Staplerunfälle passieren häufig beim Rückwärtsfahren oder Zurücksetzen
Die meisten Gabelstaplerunfälle sind Unfälle, bei denen Fußgänger vom Stapler angefahren, überfahren oder eingequetscht werden – meist beim Rückwärtsfahren oder Zurücksetzen. Das betrifft nicht nur Mitarbeiter, sondern auch betriebsfremde Personen.
In vielen Fällen beobachtet der Staplerfahrer den rückwärtigen Raum nur unzureichend oder gar nicht. Teilweise aber kann der Staplerfahrer den Fahrbereich wegen sehr enger, weil zugestellter Verkehrswege auch nicht ausreichend einsehen. Kommt dann jemand z.B. hinter einem Regal hervor, dann kann der Staplerfahrer ihn nicht mehr rechtzeitig genug sehen, um noch anhalten zu können. Unzureichende Sichtverhältnisse führen auch immer wieder zu Unfällen, bei denen Fußgänger von vorwärts fahrenden Gabelstaplern angefahren werden.
Staplerunfälle: Unfallursachen
Gabelstaplerunfälle sind überwiegend auf falsches Verhalten zurückzuführen, insbesondere auf das Fehlverhalten von Staplerfahrern und auch auf das von Fußgängern. Detaillierte Unfalluntersuchungen zeigen allerdings immer wieder, dass zusätzlich zum Fehlverhalten meistens auch noch sicherheitswidrige Zustände und organisatorische Mängel für den Unfall mitverantwortlich sind. Diese Unfallursachen sind leichter auszuschalten als sicherheitswidriges Handeln, das auf komplexen Faktoren wie Übermüdung, Stress, Unkenntnis, Wahrnehmungsfehlern, Denkfehlern, persönlichen Problemen oder Unterschätzen einer Gefahr basiert.
Wesentliche Unfallursachen bei Gabelstaplerunfällen sind menschliches Fehlverhalten und eine mangelhafte betriebliche Organisation.
Staplerunfälle: Maßnahmen
Auch für den Betrieb von Gabelstaplern muss eine Gefährdungsbeurteilung erstellt und immer wieder aktualisiert werden. Hierbei müssen die Sichtverhältnisse des Staplerfahrers eingehend untersucht und beurteilt sowie entsprechende Maßnahmen festgelegt werden. Dazu gehört auch eine Betriebsanweisung, die für das Verhalten aller Personen im Umfeld des Staplers maßgeblich ist.
Um Unfälle zwischen Fußgängern und Gabelstaplern zu vermeiden, muss das betriebliche Umfeld organisatorisch und technisch so gestaltet sein, dass Stapler und Fußgänger möglichst nicht aufeinander treffen. Das heißt, getrennte Verkehrswege für Gabelstapler und Fußgänger und die Trennung von Verladetätigkeiten und Fußgängerverkehr.
Gute Konzepte berücksichtigen die Bequemlichkeit der Fußgänger. Sie vermeiden Umwege für Fußgänger, damit sie keine Abkürzungen durch für sie gesperrte Bereiche nehmen.
Ein absolutes Aufenthaltsverbot von Fußgängern in Rangier- und Verladezonen ist in der Praxis schwer umsetzbar. Allerdings sollte der Aufenthalt z.B. von Lkw-Fahrern, Labormitarbeitern, Kommissionierern oder Instandhaltern auf das unbedingt notwendige Maß beschränkt werden.

Giftalarm in Nordhessen

Bei einem Unfall im Industriegebiet Homberg (Schwalm-Eder-Kreis) sind 30 Liter Flüssigkeit ausgelaufen. Etwa 150 Personen atmeten hochgiftige Gase ein. 16 befinden sich bereits im Krankenhaus.
Wie schlimm die Verletzungen sind, ist noch nicht absehbar, weil die Wirkung der ausgetretenen Chemikalie erst abgewartet werden müsse, erklärte ein Polizeisprecher.
Die Feuerwehr rückte mit einem Großaufgebot an. Die Polizei zog alle verfügbaren freien Funkwagen zusammen, um das gefährdete Gebiet abzusperren. Die Bevölkerung wurde per Lautsprecheransagen gewarnt.
Um das Industriegebiet der Kleinstadt herum wurden mehrere Dekontaminationsstellen eingerichtet.
Zehn Notärzte und eine Hundertschaft vom Rettungsdienst kümmerten sich um die 150 Verletzten. Darunter waren auch 100 Mitarbeiter der Logistikfirma Cargo Trans, auf deren Areal die hochgiftige farblose Flüssigkeit gegen 1 Uhr in der Nacht ausgelaufen war.
Ein Gabelstaplerfahrer hatte ein 200-Liter-Fass mit der giftigen Flüssigkeit in der Nacht beschädigt, dabei wurden etwa 30 Liter der Chemikalie Thiophenol freigesetzt.
Zwischenzeitlich durfte niemand das Industriegebiet verlassen.

Eintönige Arbeit: Nicht nur langweilig, sondern schädlich

Eine statische Haltung, Tätigkeiten, die sich immer wiederholen, und Handgriffe im immer gleichen Takt können zu einer verminderten Aktivierung und zu einer Ermüdung am Arbeitsplatz führen.

Monotonie am Arbeitsplatz belastet
Monotonie am Arbeitsplatz belastet
Hält die eintönige Arbeit über längere Zeit an, herrscht nicht nur Langeweile bei den Beschäftigten. Die Monotonie kann sogar zu einem frühzeitigen Ausscheiden aus dem Berufsleben führen.
Monotone Tätigkeiten können stark belasten
Ermüdungsähnliche Zustände am Arbeitsplatz treten nicht nur bei einer hohen Arbeitsintensität auf, wenn man ein großes Arbeitspensum in kurzer Zeit schaffen muss. Zu einer psychischen Ermüdung kann es auch kommen, wenn die Arbeit zwar nicht zu viel, dafür aber zu wenig abwechslungsreich ist. Wenn es bei der Arbeitsaufgabe oder in der Arbeitsumgebung zu wenig Abwechslung gibt, reagieren Körper und Psyche des Beschäftigten:
  • Die geistige und körperliche Aktivierung wird herabgesetzt.
  • Die Aufmerksamkeit sinkt.
  • Schläfrigkeit breitet sich aus.
  • Die Leistungsfähigkeit lässt nach oder schwankt zumindest.
  • Die Reaktionsfähigkeit vermindert sich.

    Neu: TRGS 400 und TRGS 800

    Am 31.01.2011 wurden im Gemeinsamen Ministerialblatt Nr. 2 die neuen Technischen Regeln für Gefahrstoffe TRGS 400 und TRGS 800 veröffentlicht.

    Neu: TRGS 400 und TRGS 800
    Die neuen TRGS 400 und TRGS 800 wurden veröffentlicht
    Technische Regeln geben den Stand der sicherheitstechnischen, arbeitsmedizinischen, hygienischen sowie arbeitswissenschaftlichen Anforderungen an Gefahrstoffe hinsichtlich Inverkehrbringen und Umgang wieder.
    TRGS 400
    Die TRGS 400 beschreibt Vorgehensweisen zur Informationsermittlung und Gefährdungsbeurteilung nach § 6 GefStoffV. Sie bindet die Vorgaben der GefStoffV in den durch das Arbeitsschutzgesetz (§§ 5 und 6 ArbSchG) vorgegebenen Rahmen ein.


    TRGS 800

    Die TRGS 800 gilt für Tätigkeiten mit brennbaren oder oxidierenden Gefahrstoffen, bei denen Brandgefährdungen entstehen können. Sie berücksichtigt auch die Ermittlung und Bewertung, ob die Stoffe, Zubereitungen oder Erzeugnisse bei Tätigkeiten, auch unter Berücksichtigung

    • der stofflichen Eigenschaften, 
    • der Arbeitsmittel, 
    • der Verfahren und 
    • der Arbeitsumgebung

    sowie ihrer möglichen Wechselwirkungen, zu einer Brandgefährdung führen können.

    Notruf 112: europaweit Leben retten

    Notruf 112: europaweit Leben retten

    Die meisten Deutschen kennen die 112 als nationale Notrufnummer. Aber wissen Sie, dass diese Nummer in allen Mitgliedsstaaten der EU gilt?
    Notruf 112: europaweit Leben retten
    Der Notruf 112 kann europaweit Leben retten
    Der 11. Februar ist der europäische Tag des Notrufs. Er findet in diesem Jahr zum dritten Mal statt.


    Notruf 112 nur national bekannt

    Laut Bundesminister Dr. Thomas de Maizière gaben 75 % der Deutschen in einer Umfrage an, dass sie „112“  als nationale Notrufnummer kennen – doch nur 18 % wussten, dass diese Notrufnummer auch in allen  anderen Mitgliedstaaten der EU angerufen werden kann. Das ist zu wenig! 


    Notruf 112 ist in ganz Europa gültig

    Schnelle Hilfe bei Unglücks- und in Notfällen rettet Leben - auch im Ausland! Die europäische Notrufnummer kann aber nur wie effizient helfen, wenn die Mehrheit der Menschen sie auch kennt. Der europäische Tag des Notrufs soll dazu beitragen, den Bekanntheitsgrad der einheitlichen europäischen Notrufnummer 112 entscheidend zu erhöhen. 


    Gemeinsame Aktionen des BMI und der Verbände

    Gemeinsam mit dem Deutschen Feuerwehrverband, dem Technischem Hilfswerk und dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz- und Katastrophenhilfe  stellt das Bundesministerium des Innern am europäischen Notruftag weiterreichende Informationen im Internet bereit. 

    Quelle: Bundesministerium des Inneren (BMI)

    Neu: Leitfaden für den Brandschutz im Betrieb

    Betrieblicher Brandschutz geht jedes Unternehmen an, denn die mehr als 50.000 Brände im Jahr 2009 kosteten die Wirtschaft fast eine halbe Milliarde Euro. Der VdS legt nun den überarbeiteten „Leitfaden für den Brandschutz im Betrieb" vor.

    Neu: Leitfaden für den Brandschutz im Betrieb
    Effektive Prävention bei der Brandvermeidung mit den überarbeiteten Brandschutz-Richtlinien VdS 2000.
    Zahlreiche schwere Brandschäden in den letzten Jahren veranlassten den Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) und den Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV), Unternehmen gemeinsam dazu aufzurufen, ihren Brandschutz mit angemessenen Mitteln zu verbessern. Auch gesetzlich sind Betriebe dazu verpflichtet, Arbeitsstätten so einzurichten und zu betreiben, dass von ihnen keine Gefährdungen für die Sicherheit und die Gesundheit ihrer Beschäftigten ausgehen.

    Es brennt öfter, als man denkt
    „Brände entfachen sehr schnell eine enorme Zerstörungskraft. Als Folge können meist Lieferversprechen nicht mehr eingehalten werden. Das führt in unseren heutigen Überflussmärkten schnell zu einer Abwanderung von Kunden“, erklärt Alwine Hartwig, Ingenieurin bei VdS (Vertrauen durch Sicherheit), Europas Nummer Eins-Sachverständigenorganisation für Brandschutz. „Und es brennt sehr viel öfter, als man denkt.

    Brandschäden verursachen enorme Kosten

    Laut GDV gab es im Jahr 2009 50.000 Brandschäden in Unternehmen. Gesamtkosten: fast eine halbe Milliarde Euro. Gefährdet sind dabei keinesfalls nur die chemische Industrie oder die Holzverarbeitung - ein ganz typischer Auslöser sind Defekte in der Elektrik, vom Computer über die Kasse bis zur Fertigungsmaschine. Und Brände gefährden fast immer Menschenleben.“

    Neu: „Leitfaden für den Brandschutz im Betrieb“ (VdS 2000)

    Der immer präsenten Brandgefahr kann durch vorbeugende Maßnahmen wirksam begegnet werden. Die Richtlinien VdS 2000 gelten in der Branche und auch bei vielen internationalen Sicherheitsexperten als umfassende und kompakte Anleitung für alle Aspekte des Brandschutzes. „Unter Sicherheitsverantwortlichen wird das VdS 2000-Kompendium gern als die 'Bibel des Brandschutzes' bezeichnet“, so Hartwig.
    Die neu erschienenen Richtlinien beschreiben neben der aktuellen Gesetzeslage bauliche Aspekte wie beispielsweise das Brandverhalten verschiedener Baustoffe oder Methoden zur Sicherung von Flucht- und Rettungswegen. Schwerpunkte sind natürlich auch der Personenschutz, der aktuelle Stand der technischen Branderkennung und -bekämpfung sowie vorbeugende Maßnahmen zur Sicherung wichtiger Betriebsmittel. Ein weiterer Fokus liegt auf dem organisatorischen Brandschutz mit praxisnahen Beschreibungen typischer Tätigkeiten eines Brandschutzbeauftragten, den Vorgaben einer zuverlässigen Brandschutzordnung, Alarmplänen und der Brandschutzkontrolle im Betrieb.
    Quelle: VdS